Die Keller
Eine fränkische Baumeisterfamilie des Barockzeitalters in Diensten des Deutschen Ordens
Mit dem Aderlass des Dreißigjährigen Kriegs und dessen finanziellen Folgen hatten viele Orte in Deutschlands Süden noch bis um 1700 zu kämpfen. In den folgenden Jahren strebten sakrale wie auch profane Herrschaften jedoch danach, das Zerstörte zu erneuern. Dabei ergriffen sie und ihre beratenden Baumeister oft auch die Gelegenheit, Neubauten im Stil der Zeit zu errichten. Barocke Architekturformen bestimmten von nun an allenthalben das Stadt- und Ortsbild zwischen Rhein, Main und Alpen.
Der Deutsche Orden muss hierbei zu den bedeutenden Bauherren des süddeutschen Barocks gerechnet werden. Die Mitglieder der Familie Keller standen über drei Generationen und 75 Jahre hinweg dem Orden erfolgreich als Handwerker, Entwerfer und Baumeister zur Verfügung. Ihre Aufgaben hatten eine große Bandbreite: Neben Kirchen, Residenzen und Rathäusern zeigen ihre Entwürfe auch eine Vielzahl von Pfarrhäusern, Wohnhäusern und Verwaltungsgebäuden. Charakteristische Bauzeugnisse von Franz und Johann Michael Keller dem Jüngeren haben sich bis heute in den baden-württembergischen Regierungsbezirken Tübingen und Stuttgart sowie den bayerischen Regierungsbezirken Mittelfranken, Niederbayern und Oberpfalz erhalten.