Experiment, Reflexion, Kontinuität
Das Fotoalbum als Medium gestalterischer Praxis der 1920er und 1930er Jahre
In den 1920er und 1930er Jahren war das Anlegen eines Fotoalbums eine gängige Praxis, die auch von Künstler:innen gepflegt wurde. Die Zeit war von dem Bestreben geprägt, gesellschaftliche Erneuerung auch durch einen Wandel der visuellen Kultur voranzutreiben. Fotografie und Typografie spielten dabei eine zentrale Rolle und veränderten über Werbung, die illustrierte Presse und neue Bildmedien nachhaltig die Seh- und Lesegewohnheiten. Fotoalben blieben in diesen Diskursen ausgespart, dabei sind sie zahlreich in den Nachlässen von Künstler:innen zu finden. Diese Studie widmet sich der Frage, welche Bedeutung Fotoalben für das künstlerische Feld der Zeit gespielt haben. Dafür wird anhand exemplarischer Analysen der Fotoalben bekannter und weniger bekannter Künstler:innen wie Kurt Schwitters, Albert Renger-Patzsch, Gerda Leo und Walter Köppe aufgezeigt, dass Fotoalben zur Entwicklung, Reflexion und Vertiefung gestalterischer Strategien und Praktiken beitrugen. Ihre Bedeutung erschließt sich dabei insbesondere aus ihrer Verflechtung mit anderen Bildmedien und künstlerischen Praktiken, durch die sich das Album als materialästhetischer Reflexionsraum entfaltet.
